Nierenerkrankungen bei Katzen

27.11.2019 13:00
Neben Diabetes zählen Nierenerkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen, die Katzen bekommen können. Statistisch ist das Risiko an den Nieren zu erkranken bei Katzen ab dem 7. Lebensjahr um die Hälfte erhöht. Man vermutet, dass bis zu 20% aller Katzen betroffen sind. Häufige Ursachen für Nierenerkrankungen sind Bluthochdruck, (falsche) Ernährung, sowie auch in seltenen Fällen Vergiftungen oder Infektionen. Bei einigen Rassekatzen, wie z.B. Maine Coon, Burmesen, Russisch Blau, Siamkatzen und Abessinern kommt es durch die erbliche Veranlagung oft zu Nierenerkrankungen.

Katzen haben kein natürliches Durstgefühl. In der Natur jagen Katzen Beutetiere, wie z.B. Mäuse. Durch das Blut ihres Beutetieres erhalten Katzen Flüssigkeit. Bei Hauskatzen, die vorwiegend durch Trockenfutter ernährt werden, kann sich schnell eine Nierenerkrankung entwickeln. Trockenfutter enthält oft nur 8-10% Feuchtigkeit, daher kann es bei angeborenem, fehlenden Durstgefühl für die Nieren gefährlich werden. Die Nieren sind wichtige Stoffwechselorgane, die zusammen mit der Leber lebenswichtig für die Entgiftung des Körpers sind. Zu den Aufgaben der Nieren zählen Regulation des Flüssigkeitshaushaltes, Blutdruckregulation, Blutbildung und Beteiligung am Knochenstoffwechsel.
Nierenerkrankungen zeigen sich oft auf unterschiedliche Art und Weise. Tiere können mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, starkem Durst und vermehrtem Wasserlassen reagieren. Auffällig ist oft die Teilnahmslosigkeit der Tiere. Es gibt aber auch Symptome, die schwerer auf Nierenschäden schließen lassen, wie Durchfall, häufiges Erbrechen, vermehrter Speichelfluss, Mundgeruch oder Entzündungen im Maul. Bei schwersten Nierenerkrankungen können extreme Symptome auftreten. Hierzu zählen: Krämpfe, Delirium, abnormale Bewegungen durch Veränderung der Knochen bis hin zum Koma. Einige der Anfangssymptome können sich über Wochen bis Monate entwickeln und ähneln stark den Symptomen eines Diabetes. Nierenerkrankungen werden leider oft erst sehr spät diagnostiziert, da sich einige Symptome erst ab einer Restfunktion der Nieren von 30% zeigen. Zur Diagnosestellung untersucht der Tierarzt im Blut der Katze die Kreatinin-, Harnstoff- und Phosphatwerte. Besonders der Kreatininwert gibt Aufschluss über den Zustand der Nieren. Je höher der Kreatininwert, desto weniger filtert die Niere und desto weniger entgiftet der Körper.
Nierenerkrankungen werden nach der International Renal Interest Society (IRIS) in vier Stadien unterteilt:
I -Plasmakreatinin unter 140 umol/l
II- Plasmakreatinin 140-249 umol/l (Restfunktion etwa 33%)
III-Plasmakreatinin 240-442umol/l (Restfunktion bis 25%)
VI-Plasmakreatinin über 442umol/l (Restfunktion unter 10%)
Bereits ab dem 1. Stadium zeigt sich ein krankhafter Verlauf, jedoch finden sich erst im 2. Stadium Hinweise auf ein Nierenversagen. Im 4. Stadium haben die Nieren eine Funktion von unter 10% und ein hohes Risiko für ein Nierenversagen besteht.
Der Blutdruck ist bei Katzen im Normalfall höher als beim Menschen. Je höher der Blutdruck, desto schlechter werden die Nieren durchblutet und versorgt und desto höher ist das Risiko für die Schädigung des Organs. Der Blutdruck von Katzen sollte unter 150/95 mmHg liegen. Bei Werten über 180/120 mmHg besteht ein hohes Risiko für Schädigungen der Nieren. Tierärzte therapieren erkrankte Katzen medikamentös mit oralen Blutdrucksenkern. Hierzu zählen ACE-Hemmer, wie Benazepril, die die Gefäße entspannen und den Wasserhaushalt regulieren und Sartane, wie Telmisartan, die den Blutdruckanstieg hemmen. Um den Einstrom von Calcium zu regulieren und somit die Schlagkraft des Herzens zu senken, verwenden Ärzte auch Calciumantagonisten, wie Amlodipin. Die Therapie mit Blutdrucksenkern soll die Lebensqualität und die Lebensdauer des Tieres verbessern. Bei erkrankten Tieren ist es sehr wichtig die Ernährung umzustellen. Bei dem Tierfutter muss darauf geachtet werden, dass ein möglichst geringer Anteil an Phosphat enthalten ist. Viele Spezialfutter enthalten sogenannte Phosphatbinder, wie Calciumcarbonat, die durch Komplexbildung dafür sorgen, dass kaum Phosphat im Körper aufgenommen wird. Durch zu viel Phosphat wird weniger Vitamin D3 gebildet und auch dadurch wird weniger Calcium im Körper aufgenommen. Wie man merkt, ist die Niere wichtig für das Zusammenspiel von verschiedenen Mineralstoffen, wie Natrium, Kalium, Calcium, Phosphat, Magnesium und Hormonen, wie das Parathormon und Calcitonin, die z.B. für den Aufbau und Abbau der Knochensubstanz wichtig sind.
Die Wahl des richtigen Futters kann Nierenerkrankungen vorbeugen oder bei bestehenden Erkrankungen die Krankheit positiv beeinflussen. Katzen mit Nierenerkrankungen sollten mit wenig Eiweiß, aber fettreicher und mit reichlich Kohlehydraten ernährt werden. Ebenso sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. In Härtefällen kann man mit Einwegspritzen in kleinen Mengen dem Tier Wasser in den Mund spritzen.
Im Barfen, der Rohfütterung von Tieren sehen viele Katzenbesitzer die optimale Lösung für die Ernährung. Durch die Fütterung von frischem Fleisch wird ganz einfach die Flüssigkeitszufuhr des Tieres gedeckt. Eiweißreduzierte Fisch- und Fleischsorten, die auch fettreicher sind z.B. Kabeljau, Makrele und Aal, sowie z.B. Lamm- und Rindfleisch. Egal wie man sich entscheidet seine Katze zu ernähren, wichtig ist, dass man auf die Zusammensetzung des Tierfutters achtet. Nicht jede Dose im Tierhandel ist optimal zusammengesetzt und auch bekannte Markenprodukte könnten besser zusammengesetzt sein, deswegen ist es wichtig das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu kontrollieren und auf spezielles Nierenfutter zurückzugreifen.
BARFen, Katzen

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