Hunde barfen – Alles über Rohfütterung

24.06.2020 13:00
Gesunde und ausgewogene Ernährung liegt voll im Trend – nicht nur beim Menschen, sondern auch beim geliebten Vierbeiner. Der Begriff Barfen ist in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren immer populärer geworden. Das Buch „Hunde barfen – Alles über Rohfütterung“ von Dr. med. vet. Julia Fritz erklärt, was sich hinter dem Begriff verbirgt, räumt mit Futter-Mythen auf und zeigt, wie der Hundehalter richtig barft.

Eine möglichst gesunde Ernährung stellt uns schon bei der eigenen Einkaufsliste vor Herausforderungen. Der Markt ist überflutet mit Produkten, wo Bio draufsteht ist noch lange nicht Bio drin und Theorien über gesunde Ernährung gibt es genauso viele, wie Gegentheorien. Beim geliebten Vierbeiner sieht es da nicht anders aus. Viele Hundebesitzer greifen deshalb statt zum Dosenfutter aus der Tierhandlung lieber selbst zum Kochlöffel, denn für den Liebling soll es schließlich nur das Beste geben.
Ein Trend, über den in den letzten Jahren viel diskutiert wurde, ist das Barfen. Die Idee, die dahinter steckt, beinhaltet das Füttern von rohem Fleisch, ganz nach Mutter Natur und dem Vorbild des Wolfes als Vorfahre des Hundes. So einfach, wie das zunächst klingt, ist Barfen jedoch nicht. Dr. med. vet. Julia Fritz, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik, widmet sich deshalb in ihrem neuen Buch "Hunde barfen - Alles über Rohfütterung" diesem Thema und erklärt auf verständliche Weise präzise, wie ein ausgewogener Ernährungsplan gelingt und was beim Barfen beachtet werden muss.

Für Einsteiger und erfahrene Barfer

Geeignet ist das Buch nicht nur für erfahrene Barfer, sondern auch für alle, die sich zum ersten Mal damit beschäftigen. Die Autorin fängt bei den Grundlagen an und klärt, woher der Begriff Barfen stammt. Interpretationen dieses Wortes gibt es viele - ursprünglich kommt der Begriff von der englischen Ausformulierung Bones And Raw Food (= Knochen und rohes Futter). Durchgesetzt hat sich im Deutschen die Übersetzung "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter". Das klingt zunächst nach einer ursprünglichen und natürlichen Ernährungsweise, jedoch gilt es einiges zu beachten: "Der eingedeutschte Begriff suggeriert eine im Vergleich zu kommerziellen Fütterung tierfreundlichere, gesündere Form der Ernährung. Die Praxis zeigt aber leider oft, dass viele Barfrezepte keine bedarfsgerechte und damit gesunde Ernährung gewährleistet.", erklärt die Autorin im Buch.
Fritz beschreibt, wie dem Hundehalter eine abwechslungsreiche und individuelle Rationsgestaltung gelingt, sodass diese gesund und ausgewogen ist. Das Buch zeigt dafür viele Möglichkeiten auf, denn Ernährungsphysiologisch gesehen sind Hunde eigentlich carniomnivor, also Allesfresser mit überwiegend fleischlicher Kost. Allerdings müssen Hunde nicht gezwungenermaßen Fleisch essen. Man kann sie auch durchaus vegetarisch ernähren.
Der Leser erhält wichtige Hinweise, was alles auf den Speiseplan gehört und mit welchem Futter eher sparsam umgegangen werden soll. Verraten werden außerdem wertvolle Tipps, wie die Mahlzeiten mit Gemüse, Obst sowie pflanzlichen und tierischen Ölen aufgewertet werden kann. Dem Leser wird dabei kein Konzept aufgezwungen, sondern vielmehr das nötige Wissen vermittelt, um die Ration für den Hund selbst bedarfsgerecht gestalten zu können. So schafft der Hundehalter es, alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen, damit der vierbeinige Liebling fit bleibt. Gleichzeitig kann er auf die Vorlieben des Hundes deutlich besser eingehen: Schmeckt dem Hund etwas an seiner Mahlzeit nicht, kann die unliebsame Zutat einfach weggelassen werden.
Aber auch die Risiken des Barfens werden von der Autorin beschrieben, denn die Fütterung mit rohem Fleisch birgt, bei unsachlichem Vorgehen, Infektionsrisiken für den Vierbeiner und den Menschen. Auch für die Fütterung von Knochen gibt Fritz das nötige Know-How an die Hand. Die meisten Hunde freuen sich schon im Voraus auf diesen Kauspaß, der gleichzeitig die Zähne pflegt. Aber nicht jeder Hund verträgt Knochen gleichermaßen. Außerdem können Splitter oder Bruchstücke Verletzungen verursachen.

Ein Buch, nicht nur für den Hundehalter

Da von der Autorin sowohl die Vor- als auch die Nachteile des Barfens erläutert werden, bietet dieses Buch die ideale Entscheidungshilfe bei der Frage, ob Barfen für das Haustier und den Halter in Frage kommt. Dem Leser wird ein wichtiges Grundverständnis dafür vermittelt, was gesunde und ausgewogene Rohfütterung für den Hund bedeutet, sodass er das Barfen ganz leicht an die Bedürfnisse des eigenen Tieres anpassen kann.
Wer seinen Hund dann nicht gleich von der Rohfütterung überzeugen kann, dem verrät die Veterinärmedizinerin Tipps, wie der Hund schrittweise auf den Geschmack gebracht werden kann. Selbst wenn das Haustier nach allen Versuchen nicht fürs Barfen zu begeistern ist, schafft dieses Buch eine ideale Wissensgrundlage: Fritz geht nicht nur auf das Barfen ein, sondern räumt außerdem mit Mythen rund um Trocken- und Dosenfutter, oder künstlichen Vitaminen auf. Somit ist "Hunde barfen - Alles über Rohfütterung" nicht nur für den Hundebesitzer geeignet, sondern auch für Tierarztpraxen oder Tierheime, die ein Nachschlagewerk empfehlen wollen. Im Zoofachhandel vervollständigt dieses Buch das Regal mit der Heimtierliteratur.

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