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Hund und Katze unter einem Dach - So klappt das Zusammenleben

03.01.2019 13:34

Lustige Fotos und Tiervideos von spielenden und kuschelnden Katzen und Hunden machen Lust auf ein vertrautes Vierbeinerduo in den eigenen vier Wänden. Doch so harmonisch wie es in jenen Videos zu sein scheint, läuft es in der Realität leider nur sehr selten ab. In vielen Fällen sind eine langsame, schrittweise Gewöhnung mit regelmäßigen Trainingseinheiten Voraussetzung für ein problemloses gemeinsames Zusammenleben von Hund und Katze unter einem Dach.

Fehlende Harmonie beim Aufeinandertreffen von Hund und Katze hat zumeist ihren Ursprung in der doch manchmal sehr unterschiedlichen Körpersprache der Tiere. Diese Unterschiede können zu Missverständnissen zwischen den Tieren und somit zu Problemen untereinander führen. So nähern sich Katzen beispielsweise mit hocherhobenem Schwanz an andere an, um sie freundlich zu begrüßen, was bei Hunden eine eher imponierende und einschüchternde Geste ist und diese provozieren kann. Die größte Herausforderung stellt häufig das Jagdverhalten der Hunde dar, da diese mit Vorliebe flüchtenden Katzen hinterherlaufen. Deshalb ist es besonders wichtig, die ersten direkten Begegnungen der Tiere nicht im Freien, sondern in einem geschlossenen Bereich mit angeleintem Hund stattfinden zu lassen, damit die Katze beim Aufeinandertreffen nicht zu weit flüchten und der Hund nicht nachlaufen und die Katze gar hetzen kann.
Was viele vernachlässigen: noch bevor die Tiere zusammenziehen, kann der zukünftige Hunde- und Katzenbesitzer schon im Vorfeld einige Maßnahmen ergreifen, um die Tiere aufeinander vorzubereiten und so eine positive Grundlage für die ersten Aufeinandertreffen zu schaffen. Dazu gehört beispielsweise der gegenseitige Austausch von Geruchsgegenständen der Tiere, wie etwa Haarbürsten, Decken und Spielzeug. Die mit dem Geruch versehenen Gegenstände können noch vor Einzug der neuen Mitbewohner den Tieren ohne Anwesenheit des anderen in ruhiger und entspannter Atmosphäre präsentiert werden. Durch die gleichzeitige Gabe von Belohnungen, die man über und neben die Geruchsgegenstände streut, lässt sich eine positive Assoziation mit dem Geruch des jeweils anderen herstellen. Leben Hund und Katze bereits im selben Haushalt, allerdings noch getrennt voneinander, kann man in Abwesenheit des anderen Tieres einen Raumtausch durchführen, bei welchen Hund und Katze in Ruhe den Aufenthaltsort des anderen beschnuppern darf.
Übungen für Hund und Katze, die die Tiere in jenen stressigen Situationen kontrollier- und führbar machen, können bereits vor den ersten direkten Begegnungen trainiert werden. Der Aufbau von diversen Signalen, wie etwa ein Aufmerksamkeits- und Abbruchsignal, ein Ruhesignal zum Bleiben, sowie ein verlässlicher Rückruf des Hundes erleichtern die Zusammenführung enorm. Aber auch Katzen lassen sich - wenn auch nicht in zu Hunden vergleichbarem Maße - trainieren. Das Clickertraining stellt hier eine sehr gute Möglichkeit dar, Alternativverhalten der Katze zu fördern und gewünschtes Verhalten zu bestätigen. So führt der Einsatz eines sauber aufgebauten Clickers bei der Katze zu mehr Entspannung beim Aufeinandertreffen der Tiere. Kennt der Hund den Clicker ebenfalls, kann man sogar für beide Tiere gleichzeitig ein positives Lernumfeld schaffen.
Leben Hund und Katze bereits in einem Haushalt zusammen, kann man durch gemeinsame Beschäftigung die Beziehung der Tiere zueinander stärken und verbessern, oder auch einfach nur für Abwechslung im Alltag sorgen. Das bereits erwähnte Clickertraining bietet hier vielerlei Möglichkeiten, um den Tieren beispielsweise Tricks und Kunststücke beizubringen. Sind die Katzen an das Tragen von Brustgeschirr und Leine gewöhnt, können auch gemeinsame Spaziergänge durch den Garten oder andere sichere Umgebungen am Tagesplan stehen. Nicht zuletzt dürfen gemeinsame Kuscheleinheiten nicht zu kurz kommen.
Was dennoch nicht unerwähnt bleiben darf: Selbst ein kontrolliertes Training verspricht keine Garantie für das Funktionieren des Miteinanders der Vierbeiner, da in manchen Fällen trotz aller Bemühungen für die Gewährleistung der Gesundheit und Sicherheit der Tiere von einer gemeinsamen Haltung abgesehen werden muss. Für den Verlauf einer erfolgreichen Vergesellschaftung müssen immer die individuellen Eigenschaften und Vorerfahrungen der Tiere in das Training miteinbezogen werden, um jenes an die einzelnen Tiere anzupassen. Sind die Hunde und Katzen aufgrund negativer Erlebnisse oder gewisser Erfahrungen bereits vorbelastet, gestaltet sich die Vergesellschaftung häufig wesentlich schwieriger als bei sehr jungen Tieren die noch keine unerwünschten Erfahrungen gesammelt haben. In allen Fällen gilt: Die Gewöhnung braucht Zeit und Geduld seitens des Besitzers, damit die Tiere eine vertraute Beziehung zueinander aufbauen können.

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