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Die Rückkehr der Wölfe

20.12.2018 10:37

UMSTRITTENE RÜCKKEHR

Die Heimkehr der Wölfe spaltet die Bevölkerung. Die einen freuen sich über die biologische Vielfalt, für viele Nutztierhalter und für manchen Jäger sind sie ein Fluch. Den meisten Deutschen ist der Wolf, realistisch betrachtet, wohl eher egal. Viele Wolfsgegner behaupten, dass der Wolf gar nicht eigenständig ins Land gekommen, sondern quasi als „Illegaler von Wolfsverrückten eingeschleust worden“ sei, heimlich und von der Öffentlichkeit vollkommen unerkannt. Der Hintergedanke derartig abstruser Theorien scheint zu sein, den derzeit noch bestehenden strengen Artenschutz der Wölfe so weit wie möglich auszuhebeln.

WÖLFE IN DIREKTER NÄHE DES MENSCHEN

Wölfe sind vielen Menschen, egal ob sie Befürworter oder Gegner von ihnen sind, im Grunde so vertraut wie kein anderes Tier, weil ihre domestizierten Brüder und Schwestern als Haushunde seit Jahrtausenden gemeinsam mit uns in unseren Familien leben. Dank steter Aufklärungsbemühungen gibt es heute zum Glück immer mehr Menschen, die behaupten, trotz alter Märchen wie „Rotkäppchen“ keine Angst vor Wölfen zu haben. Fragt man sie aber direkt, ob sie denn etwas dagegen hätten, wenn in ihrer direkten Umgebung „ein Rudel Wölfe leben“ würde, womöglich dort, wo sie mit Kind und/oder Hund jeden Tag unterwegs sind, dann kommt die Antwort bei vielen wie aus der Pistole geschossen: „Nein! So war das nicht gemeint. Hier in direkter Menschennähe? Dann können wir ja weder mit den Kindern noch unseren Hunden mehr spazieren gehen!“ Doch, das können Sie! Wir haben es auch getan, hundertfach, und ohne Zwischenfälle!

BESONNENE VORSICHT STATT ANGST

Angst oder besser formuliert instinktive Vorsicht ist nichts Schlimmes und auch ganz sicher nichts, worüber man sich lustig machen sollte. Sie ist grundsätzlich ein völlig normales und notwendiges Gefühl, das dem Überleben dient. Wir alle haben vor etwas Angst, meist ist es etwas, das wir nicht kennen.

Wir sollten die Ängste der Menschen ernst nehmen und sie respektieren, auch wenn wir sie selbst vielleicht nicht verstehen. Unsere Welt ist gefährlich und wir müssen uns vor fast allem fürchten. Das zumindest wollen uns die Medien einreden. Wir glauben das nicht so recht. Sehr oft ist das, vor dem wir uns fürchten, selten das, vor dem wir wirklich Angst haben sollten. Wir fürchten uns vor Rinderwahnsinn, obwohl in Deutschland kaum jemand daran gestorben ist. Wir haben jedoch kein Problem damit, Fisch zu essen – obwohl jährlich allein in Deutschland über 500 Menschen an Fischgräten ersticken. Dank Hollywood haben wir Angst vor Haien, dabei sterben mehr Menschen durch Kühe, als durch Haie. Ähnlich ist es auch mit Wölfen. Der Grund ist Unwissenheit und fehlende Einschätzbarkeit.

Je mehr wir über vermeintliche Wolfsangriffe hören, umso wichtiger sind akkurate und objektive Informationen über potenziell riskante Situationen und Risiko verstärkendes Verhalten von Menschen. Leider wühlen wir diesbezüglich immer noch im Schlamm von falschen und manipulativen Medienberichten, in denen es mehr um Quote und Sensation

geht als um eine zielführend aufklärende Berichterstattung. Wir gehen nach unserer Erfahrung davon aus, dass der Mangel an Fachwissen auch zu risikofreudigerem Verhalten gegenüber Wölfen führt, was wiederum zu einem Anstieg von Angriffen führen kann.

FRAGEN ZUM ALLTAG MIT WÖLFEN

Wenn Sie in Wolfsgebieten leben oder dort Urlaub machen wollen, werden Sie vielleicht mit Situationen konfrontiert, bei denen Sie sich fragen: Wie gefährlich ist das für mich ganz persönlich? Kann ich sicher sein, dass mir, meinen Kindern, Hunden oder Pferden nichts geschieht? Mit anderen Worten: Was mache ich, wenn …?

Nachfolgend halten wir für Sie einige Antworten bereit auf die Fragen, die uns in unendlich vielen Debatten am häufigsten gestellt wurden, und sprechen Empfehlungen für Verhaltensmaßregeln aus, die sich nach unserer Erfahrung bei Begegnungen mit Wölfen bestens bewährt haben.

FUSSGÄNGER, JOGGER, RADFAHRER

SIE BEGEGNEN AUF IHREM WALDSPAZIERGANG EINEM WOLF

  1. Wolf oder Hund? Diese Frage stellt sich als Erstes, weil einige Hunderassen von Laien mit Wölfen verwechselt werden. Bei zahlreichen reißerischen Berichten von vermeintlichen Wolfsangriffen auf Nutztiere, Hunde oder Menschen stellte es sich im Nachhinein durch DNA-Untersuchungen heraus, dass es sich um Hunde gehandelt hatte.(Bezeichnend, dass dieselben Medien eine Richtigstellung meist „vergaßen“!)
  1. Was wir beim Treffen auf einen Wolf konkret empfehlen, ist, absichtlich selbstbewusst aufzutreten. Machen Sie sich so groß wie möglich. Stellen Sie sich mit hochgezogenen Schultern breitbeinig hin, klatschen in die Hände und rufen laut und klar vernehmlich „Hau ab“! Wir hatten schon zahlreiche Nahbegegnungen mit einem oder mehreren Wölfen, teilweise in bis zu drei Metern Entfernung, und waren damit stets erfolgreich, den Wolf sowohl verbal als auch körpersprachlich betont zu verscheuchen. Wenn Sie sich generell nicht trauen, aktiv zu werden, können Sie sozusagen als Plan B auch Pfefferspray mitführen oder eines der kleinen Alarmgeräte, die vor Taschendiebstählen schützen sollen. Zieht man einen Stift heraus, ertönt ein sehr lauter, schriller Ton, der unangenehm für empfindliche Wolfsohren ist. Wir haben, wenn wir allein im Hinterland unterwegs sind, stets Pfefferspray im Gepäck (schon zur Abschreckung von Bären) und fühlen uns damit rein subjektiv immer gut ausgerüstet.Treffen Sie auf einen Wolf und fühlen sich unwohl, dann ziehen Sie sich langsam und ruhig zurück. Rennen Sie nicht! Wenn machbar, gehen Sie besonnen aber in selbstbewusster Körperhaltung langsam rückwärts und behalten den Wolf im Auge. Nähert er sich Ihnen, bleiben Sie stehen und wedeln Sie mit den Armen über dem Kopf. Geben Sie ihm aber auf jeden Fall immer genügend Zeit und Raum, um auszuweichen. Hilfreich ist immer, sich zwecks Rückenabsicherung gegen einen Baum oder Ähnliches zu stellen!

LEBEN MIT WÖLFEN – EIN LEBEN OHNE EINSCHRÄNKUNG

Wenn Sie das Glück haben, Ihre Heimat mit einem seltenen Beutegreifer wie dem Wolf zu teilen, dann trauen Sie sich, alles zu machen, was Sie zuvor auch schon in Feld und Wald getan haben – Pilze suchen, Joggen, mit den Kindern spazieren gehen, Rad fahren. Dazu möchten wir allein deshalb schon ermuntern, weil Sie definitiv wenig zu befürchten haben. Seien Sie dennoch ein wenig achtsamer und rücksichtsvoller als früher. So mancher Waldbewohner wird es Ihnen danken. Denken Sie immer daran: Der ganz normale Wolf hat in Deutschland Besseres zu tun, als Menschen anzufallen. Genau wie wir ist er damit beschäftigt, sich um seine Familie zu kümmern und seine Kinder aufzuziehen und diese so zu versorgen, dass sie selbstständig werden. Seien wir stolz für jeden Wolf, der in unserem Land lebt. Geben wir ihm den Platz und den Respekt, der ihm als uraltem und traditionellem Bewohner Deutschlands gebührt.

Sie sind wieder da

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