Der Trick mit dem "Click"

12.02.2020 13:00
Für viele Tierhalter heißt das Zauberwort „Clickertraining“. Mit dieser, zu Recht groß in Mode gekommenen, Trainingsmethode kann das Verhalten von Katzen, aber auch Hunden, ja sogar Meerschweinchen, Zwergkaninchen und Vögel auf angenehme Weise für Tier und Mensch beeinflusst werden.

Wie das Clickertrianing funktioniert

Das Clickertraining wurde bereits in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts in den USA für die Ausbildung von Filmtieren eingesetzt. In den 1960-Jahren hielt das Clickertraining Einzug in die Ozenarien, wobei es in erster Linie um das Training von Delfinen ging. In Deutschland wurde diese Trainingsmethode seit etwa 1990 zunächst bei der Hundeausbildung eingesetzt. Clickertraining heißt lernen durch postive Verstärkung.
Als Hilfmittel dient dabei der sogenannte Clicker. Das ist eine Art Knackfrosch, wie es ihn auch heute noch aus Blech zu kaufen gibt. Genauer gesagt besitzt der Clicker eine bewegliche Metallzunge, die mit einem Knopf ausgelöst wird und ein charakteristisches Geräusch erzeugt - ein "Klick-Klack". In einem ersten Trainingsschritt lernt die Katze, dass dieses Geräusch zuverlässig eine Belohnung ankündigt, die sofort "ausgezahlt" wird. Clicken Sie immer genau in dem Moment, in welchem Ihr Minitiger ein erwünschtes Verhalten zeigt. Das üben Sie so lange, bis im Gehirn Ihres vierbeinigen Lieblings verankert ist: Click = richtig gemacht = Belohnung (Erfolg).


Mit dem Clicktraining können Sie Ihre Katze nicht nur wunderbar beschäftigen, sondern auch erziehen und sogar zu kleinen Kunststücken "überreden". Und was besonders hervorzuheben ist: Es stärkt die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Katze, denn die Stubentiger lieben nichts mehr, als dass ihr Mensch Zeit für sie hat und mit Ihnen "spielt".

An den Clicker gewöhnen

Das Clickergeräusch ist für die Katze ungewohnt. Damit sie keine Angst davor hat, sollten Sie Mieze vorsichtig daran gewöhnen. Am besten Sie nutzen dazu eine Situation, in der Ihr kleiner Tiger völlig entspannt ist.
Betätigen Sie den Clicker zunächst in einiger Entfernung zur Katze. Lassen Sie ihn anfangs vielleicht sogar erst einmal in der Hosentasche knacken, um das Geräusch abzudämpfen. Clicken Sie mehrmals täglich in Anwesenheit von Mieze. Das eigentliche Training kann erst beginnen, wenn die Katze keinerlei Furcht vor dem Clicker und dem damit verbundenen Geräusch hat.

Und dann beginnt das Training

Bereits ab dem 4. Lebensmonat kann bei der Katze mit dem Clickertraining begonnen werden. Halten Sie besonders verführerische Leckerbissen parat. Das kann zum Beispiel ein Stückchen gekochte Putenbrust, Käse, gekochter Schinken, gekochtes Hühnchen, Käserollis oder Thunfisch im eigenen Saft sein - je nach Vorliebe Ihres Stubentigers. Teilen Sie die begehrten Happen in winzige Stückchen auf, die schnell geschluckt werden können. Langes Kauen beeinträchtigt nämlich Miezes Konzentration. Bis die Katze begriffen hat, dass sie immer nach dem Click eine kleine Belohnung bekommt, müssen Sie etwa 20-mal hintereinander clicken. Erst dann ist sie auf das Klack-Klack-Geräusch konditioniert. Die Trainingseinheiten sollten zwei bis fünf Minuten nicht überschreiten. Sprechen Sie während des Übens möglichst nicht mit der Katze und fassen Sie sie auch nicht an. Das stört die Konzentration.
Genaues Timing ist beim Clicken enorm wichtig. Wenn Sie ihrem kleinen Tiger beispielsweise das Pfötchengeben beibringen möchten, dann clicken Sie exakt dann, wenn er das Pfötchen hebt und nicht, wenn er es bereits wieder absenkt. Im letzten Fall würde die Katze sonst verknüpfen: Pfote senken = richtig gemacht = Belohnung. Bei geübten Clickerkatzen ist übrigens die Futterbelohnung nicht mehr erforderlich. Sie steigen auch ohne in das Training ein. Und Belohnung können nach einer exakt ausgeführten Übung ja auch Streicheleinheiten bzw. gemeinsames Spielen sein - etwa, wenn Sie für Mieze die Katzenangel schwingen.

Die Übung "Sitz"

Mit dieser recht einfachen Übung können Sie das Clickertraining ausprobieren. Ziel der Übung: Die Katze soll sich vor Sie hinsetzen.
1. Rufen Sie Ihren Stubentiger mit lockenden Worten herbei. Kommt er, wird er sich vermutlich voller Erwartung von allein hinsetzen und abwarten, was jetzt passiert.
2. Clicken Sie, wenn die Katze sitzt, und geben Sie ihr eine Belohnung.
3. Setzt sie sich nur zögernd, wird jeder Zentimeter, den ihr Hinterteil Richtung Boden geht, geclickt und belohnt. Schließen Sie die exakte Übung mt einem Häppchen ab. Viel Erfolg!

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