Der Erdbeer-Landeinsiedler

28.08.2019 13:00
Es gibt ungefähr 16 Arten Landeinsiedlerkrebse der Gattung Coenobita. Einige davon werden als Terrarientiere importiert, darunter der Erdbeer-Landeinsiedler, Coenobita perlatus H. Milne Edwards, 1837.

Der Erdbeer-Landeinsiedlerkrebs, Coe­no­­bita perlatus, hat ein riesiges natür­liches Verbreitungsgebiet entlang der Küsten des Indischen Ozeans, des West- und Süd-Pazifiks. Man kennt die Art von drei Kontinenten: Afrika (Mosambik, Tansania, Kenia, Madagaskar und vorgelagerte Inseln) in Asien von Indien bis nach Japan, von nahezu allen Südsee-Inseln (Seychellen, Mauritius, Polynesien, hier die Archipele von Gambier, auf den Marquesas, auf den Gesell­schafts­inseln und Tuamotu) und aus Austra­lien. In Australien kommt die Art allerdings nur auf Koralleninseln vor und gilt dort als selten. Für das seltene Vorkommen der Art in Australien wird die über­mäßige Aufsamm­lung für den Tierhandel verant­wort­lich ge­macht, doch lässt sich kaum entscheiden, ob das den Tat­sachen entspricht oder ledig­lich Propaganda von Tier­haltungsgegnern ist, die in Austra­li­en eine starke Lobby haben. Die für den Export gefangenen Exemplare stammen wohl nahezu ausschließlich aus Indonesien.

Aussehen

Ferner soll die Art vom Menschen ver­schleppt worden sein, da er sie zu Nahrungs­zwecken nutzt, und so werden heutzu­tage sich reproduzierende Vorkommen sogar aus den USA (z.B. Cape Cod, Massachusetts) gemeldet.
Coenobita perlatus ist eine sehr attraktive Art, die im englischen Sprach­gebrauch als Straw­berry Hermit, also Erdbeer-Einsied­ler bezeich­net wird, was sehr treffend die Fär­bung be­schreibt. Voll erwachsene Tiere sind leuchtend rot in verschiedenen Schattie­rungen und die zahl­reichen Granulae ("Pickel­chen") auf Scheren und Beinen sind weiß­lich. Jungtiere sind zunächst weiß und werden später beige mit braunen Binden. In allen Altersstadien sind die Antennen rot, was als Bestimmungsmerkmal und Abgren­zungs­merk­­mal gegen andere, ähnliche Arten gelten soll. Als ganz seltene Ausnahme­er­scheinung gelten schwarze Erdbeer-Land­einsiedler. Bei genauem Hinsehen sieht man aber, dass sie eher tiefdunkelrot als schwarz sind. Auf viele tausend rote soll nur ein schwarzes Exemplar kommen.
Was der Artname "perlatu" bedeutet, ist nicht sicher. Wahrscheinlich ist, dass es sich um die nachträglich latinisierte Form des Wortes "Perle" handelt und somit "geperlt" bedeutet, in Anspielung auf die auffälligen weißen Granulae (also die "Pickel­chen" auf der Panzeroberfläche) der Art. Lateinisch heißt "Perle" "margarita", auf italienisch jedoch "perla".
Coenobita perlatus wird recht groß. Erwach­sene Tiere bevorzugen darum wohl Gehäuse von Tonna-Schnecken von 5-8 cm Durch­messer.

Haltung

Von allen regelmäßig importierten Land­einsiedlerkrebsen ist C. perlatus am stärksten auf das Leben an der Küste angewiesen. Die Art braucht darum unbedingt Meerwasser zu trinken und als Atemwasser. Es ist opti­mal, wenn man nebenbei ein Meerwasser­aquarium hat, dann kann man leicht das Wasser für den täglichen Bedarf dem Meer­wasser-Aquarium entnehmen und im Aquarium durch frisches ersetzen.
Der wunderschöne Erdbeer-Landeinsiedler ist ansonsten sehr pflegeleicht. Die Tiere sind sehr gesellig und sehr viel stärker tagaktiv als andere Landeinsiedler-Krebse. Möglichst große Terrarien (ab ca. 80 x 50 cm Boden­fläche) sind günstig, damit man unterschied­liche Bodengrundstrukturen (von sandig bis erdig) und unterschiedliche Feuchtigkeits­stufen anbieten kann. Im Übrigen gelten die Grundsätze der Landeinsiedlerkrebs-Pflege: Temperaturen zwischen 22 und 28°C, Luftfeuchtigkeit von 70-90%, Bodengrundhöhe mindestens 8 cm.

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