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Das größte Tierheim der Welt - Schicksal der rumänischen Straßenhunde

27.06.2018 13:37

Die SMEURA ist das größte Tierheim der Welt, bei Pitesti, 120 km von Bukarest entfernt. Es bietet Hoffnung für 5.500 verfolgte Straßenhunde - täglicher Futterbedarf 2,7 Tonnen. Betreiber ist der „Förderverein Tierhilfe HOFFNUNG – Hilfe für Tiere in Not e.V.“, 72135 Dettenhausen, Schwarzer-Hau-Weg 7 / www.tierhilfe-hoffnung.de

Weltgrößtes Tierheim, eine Bezeichnung, auf die wir keinesfalls stolz sind!

Sie prägen das Bild Rumäniens – die Straßenhunde. Angst, Hunger, Durst, Kälte und Krankheiten bestimmen ihr tägliches Dasein. Unbeachtet und ungeliebt, wurden sie ihrer Würde beraubt. Sie sterben einsam, namenlos, und ohne jemals eine liebende Hand gespürt zu haben.

Hintergrund, warum es so viele Straßenhunde in Rumänien gibt

Zu Zeiten Nicolae Ceausescus (von 1965-1989 Staatspräsident der neostalinistischen Diktatur der Sozialistischen Republik Rumänien – Quelle: Wikipedia) wurden viele kleinere Häuser, vor allem im ländlichen Bereich, abgerissen, große Wohnblocks in den Städten entstanden. Den Menschen wurde ihr Eigentum genommen - sie wurden zwangsenteignet. Ihnen wurde verboten, ihre Tiere in die neuen Wohnungen mitzunehmen. Deshalb mussten die Vierbeiner auf die Straße gesetzt werden, um dort zu leben. Für Kastrationen hatten die Halter kein Geld, und so haben sich die Tiere im Übermaß vermehrt.

Die Tierhilfe Hoffnung beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der effektiven Linderung und Lösung der Straßenhundeproblematik in Rumänien.
5.500 Hunde, Hunde-Welpen, Katzen-Babys und auch ältere Katzen - es herrscht jeden Tag Hochbetrieb auf dem gesamten Gelände in der SMEURA: Morgens um 05:30 Uhr beenden die beiden Nachtwächter ihre Arbeit. Ihr letzter Handgriff dient der Vorbereitung des Futters und Haferflocken, dieses wird am Morgen in der Tierklinik für kranke Hunde und Welpen benötigt. Nach der Frühbesprechung finden sich alle Tierpfleger mit ihren vollbeladenen Schubkarren vor den großen Paddockreihen ein und starten gleichzeitig, jeder in seiner Reihe mit der Fütterung. Diese Regelung ist sehr wichtig, so dass es unter den Hunden zu keinem Futterneid kommt und Auseinandersetzungen vermieden werden. Jeder hat zwischen 95 und 130 Tiere pro Paddockreihe zu versorgen. In insgesamt 33 Paddockreihen sind unsere Schützlinge untergebracht - die Länge pro Reihe beträgt 116 Meter. Im 1. Sektor (der Reihe 1 bis 13) sind die Hundehäuschen in einem Auslauf mit 43 qm für unsere größeren Hunde, und im 2. Sektor (der Reihe 14 - 33) sind die Hundehäuschen mit Auslauf 38 qm groß für die kleineren Hunde.

In Gedanken an die fürchterliche Kältewelle im letzen Winter (Minus 20 Grad) konnte im Jahr 2017 ein im Winter als auch im Sommer gleichermaßen geschützter Welpenpaddock gebaut werden. Dieser ist mit Wärmelampen ausgestattet und war dringend erforderlich, da auch unsere Krankenstation in den Wintermonaten immer überbelegt ist, da für viele unserer Tiere eine schützende Hütte und eine wärmende Decke im Außenbereich nicht ausreichend ist.

Foxy ist einer unserer vielen Welpen, die im Welpenpaddock untergebracht war und nun eine schöne und neue Heimat bei Familie Udo, Danuta und Valerie S. in Waiblingen gefunden hat. Das beigefügte Bild macht diese „Liebe auf den ersten Blick“ sehr deutlich.

In vielen Nächten werden Notfälle gemeldet. Die Mitarbeiter der SMEURA suchen in der Dunkelheit, oft unter sehr beschwerlichen Bedingungen nach einem Hund, der unbeachtet von vorbeifahrenden Autos verletzt am Straßenrand liegt oder aber bewusst verletzt wurde und hilflos umherirrt. Es gibt leider noch viele ergänzende Beispiele, in denen unser Team hilfreich tätig werden muss. Oft bis zu 20 Hunde in einer Nacht – keine Seltenheit. In unserer Tierklinik „Anatevka“, die im Januar 2015 fertiggestellt werden konnte, finden bis zu 70 Hunde Platz, die dort erstversorgt werden. Auch werden sie hier geimpft, gechipt und kastriert. In unserem komplett eingerichteten Röntgenraum nehmen unsere 5 Tierärzte erste Untersuchungen vor. Im nebenliegenden OP sind diese rund um die Uhr beschäftigt – eine Tatsache, die für sich spricht. Die tägliche Visite der Tierärzte umfasst auch die Paddocks, um Medikamente zu verabreichen und um notwendige Nachuntersuchungen vornehmen zu können.

Mit unserem Kastrationsmobil mit eingerichtetem, kleinem OP sind unsere Tierärzte im ländlichen Raum unterwegs und kastrieren direkt vor Ort die Tiere. Hier muss leider noch sehr oft Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Oft werden uns als Betreiber des „weltgrößten Tierheims“ Fragen gestellt, warum Auslandstierschutz - warum Rumänien? Dafür gibt es eine sehr einfache Begründung: Weil Rumänien zu den Ländern gehört, in dem Tiere am dringendsten Hilfe benötigen UND - weil unser Engagement für den Tierschutz NICHT an der Deutschen Grenze endet! Uns geht es um jedes einzelne Individuum!

Zu unseren Schulprojekten, die uns besonders am Herzen liegen:

Zusätzlich leiten wir umfangreiche Projekte mit Tierschutzunterricht an 27 Partnerschulen mit unserer Tierschutzlehrerin, Ann-Catrin Schmidt aus Deutschland, die gemeinsam mit unserem Verein regelmäßig Schulprojekte mit altersgerechtem, speziell auf Rumäniens Situation abgestimmtem Lernmaterial umsetzt - nach dem Motto: „Schutz und Umgang mit Tieren“. So kann die nachfolgende Generation sensibilisiert werden. Diese stellt die Zielgruppe unseres Engagements dar. Die Kinder sind mit sehr großem Interesse und mit sehr viel Mitgefühl aktiv bei der Sache und lernen so einen liebevollen Umgang mit den Vierbeinern.

Dafür engagiert sich der Förderverein: - Aufnahme, Versorgung und Behandlung von schwerverletzten, verunfallten, kranken und misshandelten Hunden - Flächendeckende Kastrationsprojekte, um die unkontrollierte Vermehrung der Hunde einzudämmen, damit ihnen ein entbehrungsreiches Leben auf der Straße erspart werden kann - Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung und Sensibilisierung der nachfolgenden Generationen durch konsequente Schulprojekte vor Ort - Demonstrationen vor dem Parlament in Bukarest - Mitwirken bei politischen Veranstaltungen, um zeitgeistentsprechende Veränderungen im rumänischen Tierschutz zu erreichen.

 Wie geht es mit unserer Arbeit weiter?

Sehr wichtig für uns, die nächste Generation in konsequenten Schulprojekten und beim Thema Tierschutz zu sensibilisieren, dies ein Stück weit zu festigen um einfach eine bessere Zukunft den Hunden, den vielen Tieren Rumäniens hoffentlich dann eines Tages bieten zu können, dass man sagt, die Kastration wird gut angenommen, die junge Generation ist aufgeklärt, es findet ein anderer Umgang statt.

Eine Zukunftsmusik, das muss man ganz ehrlich sagen, um realistisch zu bleiben, aber auf der anderen Seite ist es ganz wichtig, dass man diese Hoffnung nicht verliert und weiterkämpft – es lohnt sich - , für die Tiere, für den Tierschutz und unser Tierheim SMEURA.

Wir setzen uns ein in enger Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Tierschutzbund E.V.“ in Bonn mit einem Aufruf an die rumänischen Bürger zur Kastration ihrer Tiere unter dem Slogan:

„Blinde Gewalt gegen unschuldige Tiere kann keine Lösung sein – eine humane Lösung ist eine konsequente und flächendeckende Kastration für rumänische Straßenhunde“


Im Internet und auf unserer Facebook-Seite unter www.tierhilfe-hoffnung.de finden Sie ergänzende Informationen.

Für eine Futter- oder Geldspende sagen die Tiere der SMEURA herzlichen Dank! Auch freuen wir uns über ein Päckchen mit der Post nach Dettenhausen mit Futter, oder eine monatliche Futterpatenschaft. Für 10 € ist ein Schüsselchen eines großen Hundes einen Monat lang gefüllt, für 7,50 € ein Schüsselchen für einen kleinen Hund.

Bankverbindung: Kreissparkasse Tübingen, IBAN: DE47 6415 0020 0002 4804 60, BIC: SOLADES1TUB

„Förderverein Tierhilfe HOFFNUNG – Hilfe für Tiere in Not e.V.“, Schwarzer-Hau-Weg 7, 72135 Dettenhausen


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