Bienen

02.10.2019 13:00
Wenn Bienen Sie begeistern und Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein Bienenvolk zuzulegen, führt an diesem Ratgeber kein Weg vorbei. Der Bienenexperte Jean Riondet verrät Ihnen alles Wissenswerte aus seiner reichhaltigen Erfahrung als Imker. Anhand von übersichtlichen Illustrationen finden Sie schnell Antwort auf alle Ihre Fragen. Mit diesem Buch steht dem Einzug Ihrer Bienen nichts mehr im Wege!




Imkern - was ist das eigentlich?

Manchmal werden Imker als "Schäfer der Bienen" bezeichnet. Das stimmt - und stimmt auch wieder nicht! Natürlich bedarf es einer speziellen Pflege, wenn man möchte, dass ein Bienenvolk unserer einheimischen Biene Apis mellifera gedeiht und Honig produziert. Aber sie ist (und wird es immer sein) ein wild lebendes Insekt, das von seiner natürlichen Umgebung abhängig ist und mit ihr im Austausch steht. Das sollte man bei der Pflege eines Bienenvolks immer vor Augen haben. Abhängig vom verwendeten Material, von der Region, in der Sie leben und der Bienenrasse, die Sie sich ausgesucht haben, kann sich die Pflege eines Bienenvolks durchaus unterscheiden. Die wichtigsten Voraussetzungen bleiben jedoch immer gleich. Die Bienen benötigen in ihrer Umgebung qualitativ hochwertige Blüten und eine angemessene tiermedizinische Versorgung, um gut über den Winter zu kommen. Die Honigernte sollte außerdem nicht auf ein Plündern des Honigvorrats hinauslaufen. Das sind die Goldenen Regeln, die sich jeder Imker vor Augen halten sollte.

Verstehen Sie die Lebensweise der Bienen!

Bienen bauen ihre Waben spontan an einem Ort, der ihnen Schutz bietet. Dabei spielt die Form keine Rolle. Ein hohler Baumstamm, ein Loch in einer alten Mauer oder ein stillgelegter Kamin werden gern angenommen. Je nach der Wohnstatt, die sich das Bienenvolk ausgesucht hat, sind die Waben entweder vollkommen parallel angeordnet oder eher willkürlich ineinander verschachtelt. Lange Zeit - in bestimmten Regionen der Erde auch heute noch - herrschte eine bestimmte Art der Imkerei vor. Man holte sich die Waben aus der Bruthöhle und musste sie dabei zerstören, was meist den Tod des gesamten Bienenvolks bedeutete. Heute hält man Bienen an einem Ort (der Beute), der speziell für sie konzipiert wurde. Man stellt für sie Rähmchen her, in die sie ihre Waben bauen können. Diese Rähmchen sind beweglich, sodass der Imker neue hinzufügen, alte entfernen oder an anderer Stelle einfügen kann, wie es das Bienenvolk und die Jahreszeit erfordern. Mit dieser Art der Haltung befasst sich der heutige Imker in erster Linie.

Im Innern der Beute

Unter einer Beute versteht man einen Holz- bzw. Plastikkasten, der Rähmchen enthält. Sie besitzen nur eine dünne Mittelwand aus Wachs, die den Bienen als Baugrundlage für ihre Waben dient. Der Imker zwingt die Bienen damit, ihre Waben in diesen vorgegebenen Rähmchen zu bauen. Sie sind parallel eingebaut, und zwar in einem Abstand voneinander, der dem von Naturwaben entspricht. Durch diese Anordnung können die Waben aus der Beute herausgenommen werden, ohne dass sie auseinanderbrechen. Man kann sie inspizieren, umstellen, einen Teil entnehmen, um sie in eine andere Beute einzusetzen und somit ein neues Bienenvolk gründen oder eingreifen, wenn Probleme (Krankheiten, Parasiten) auftreten.
In diesem Buch beziehen wir uns sehr häufig auf die Dadant-Betriebsweise mit zehn Rähmchen, die weitverbreitet und für Anfänger gut zu handhaben ist. Kurz gesagt, man kann die Bienen in dieser Beute gut überwachen, ohne ihnen zu schaden. Die Bienen, die in einer Beute leben, nennt man ein Bienenvolk. Zu ihm gehört die Königin, das einzige weibliche Tier, das Eier legt. Die Arbeiterinnen sind unfruchtbare Weibchen, die im Lauf ihres Lebens ihre Aufgabenbereiche wechseln.
Die Drohnen sind die männlichen Tiere. Außerdem gehört die Brut zum Bienenvolk - Eier und Larven im Entwicklungsstadium bis hin zum ausgewachsenen Insekt.
Entgegen der üblichen Meinung verbringen Bienen nicht den ganzen Tag draußen und fliegen in der Sonne umher! Die meisten Arbeiterinnen fristen ihr Dasein in der Dunkelheit der Beute, wo sie unermüdlich arbeiten. Sie säubern, füttern, produzieren und bauen, um den Fortbestand des Bienenvolks sicherzustellen. Nur die Sammlerinnen schwärmen aus, um für Nahrung zu sorgen. Diese Arbeit verrichten die Arbeiterinnen am Ende ihres Lebens. Die Königin hingegen verlässt die Beute das erste Mal während ihres Hochzeitsflugs und verbringt ihr restliches Leben mit der Eiablage, um die Zukunft des Bienenvolks zu gewährleisten. Wenn jedoch die Zeit des Schwärmens naht, kann die Königin - falls nötig - mit der Hälfte ihres Volks davonfliegen, um ein neues zu gründen.

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